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Der Vortragsabend der Stipendiaten 2015

„Warum Schüler ihre Sommerferien in einer Schülerakademie verbringen, obwohl sie auch am Strand in der Sonne liegen könnten…“

Bereits das dritte Mal veranstaltete das Georgii-Gymnasium einen Vortragsabend der Schülerinnen und Schüler, die begeistert von ihren Erfahrungen und Erlebnissen aus unterschiedlichen Projekten und Kursen berichteten. Wie immer war das Programm im Hinblick auf Projekt und Alter der jeweiligen Stipendiaten sehr abwechslungsreich.
So begann der Abend nach einer Begrüßung von Frau Raff, welche die Projekte maßgeblich in die Wege leitet, mit der jüngsten Stipendiatin, Maja B. (Klasse 7b). Sie nahm an den Kreativwochen der Kulturakademie der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg im Bereich Literatur teil. Maja beschäftigte sich in ihrer 1. Woche  mit dem Thema „Sichten“, wobei es galt, etwas Neues zu entdecken und einen anderen Blickwinkel zu bekommen. Zu ihrem vielseitigen Programm in Marbach gehörten Führungen durch Museen, eine Schreibwerkstatt mit Schriftstellern und auch eine Schnitzeljagd, bei der sie die Stadt erkundeten. Majas persönliches Highlight war der Kontakt zu den anderen Kindern, die gleiche Interessen hatten, wodurch auch Freundschaften entstanden. Des Weiteren betont sie den fairen Umgang aller Teilnehmer und Betreuer miteinander. Auch ein Besuch im Keller des Literaturarchivs, in dem 500 Jahre alte Bücher stehen, sieht Maja als Privileg an. In den Faschingsferien findet ihre zweite Kreativwoche statt, an deren Ende die Teilnehmer auch ihre Abschlussarbeiten vorstellen dürfen.
Helen Z. (Klasse 9c) ist schon vertraut mit naturwissenschaftlichen Projekten außerhalb der Schulzeit. Dieses Mal nahm sie in den Sommerferien an der Science Academy Baden-Württemberg an einem Kurs über Digitaltechnik teil. Das Ziel in ihren zwei Wochen war es, einen Computer zu bauen. Hierzu entwickelten sie jedes einzelne Bauteil selber, was sich als Herausforderung herausstellte, jedoch bewältigt wurde. Ihr Ergebnis war ein Schwarz-Weiß- Computer, der dem Apple 2 aus dem Jahr 1977 ähnelte und auf dem sie das Spiel Galgenmännchen installierten. Auch Helen konnte neben dem streng durchgeplanten Tagesablauf ihre Zeit mit neu gewonnenen Freunden genießen. Besondere Veranstaltungen wie ein Sportfest, ein Wanderausflug, ein Haus- und Musikabend oder auch ein Ballonstart ins Weltall bedeuteten eine abwechslungsreiche Zeit.
Daniel K. (Klasse 10c) beschäftigte sich eine Woche mit dem Thema Design. Er besuchte die „VorbilderAkademie“, ein Ferienangebot des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Hier konnte er an Ausflügen, Workshops, Kursen und Diskussionsrunden teilnehmen. Daniel und sein Kurs designten natürlich auch selbst etwas. Nach einer Befragung, bei der auf die persönlichen Interessen des Partners eingegangen wurde, machte sich jeder zu einer möglichen Umsetzung eines Designerstückes Gedanken. So designte Daniel für seinen Partner eine Schachfigur, in die seine Lieblingszahl 7 und sein Lieblingstier Leopard verarbeitet wurden. Daniel gestaltete auch selber einen Workshop zum Thema Krafttraining, wobei er über ein effektives Training und die richtige Ernährung berichtete. Er hat aus dieser Woche mitgenommen, dass sie alle Vorbilder sind, da jeder seine Stärken hat, die er mit anderen teilen kann. Des Weiteren ist ihm klar geworden, dass man mit einem starken Willen seine Träume verwirklichen und seine Ziele erreichen kann.
Berrit C. und Lisa W. (beide Kursstufe 2) verbrachten eine Woche an der Goethe-Universität in Frankfurt. Dort besuchten sie den Schülercampus unter dem Motto „Wirtschaft entdecken – Universität erleben“. Der Schülercampus dient zur Förderung junger Talente und soll auch eine Studienorientierung bieten. Dementsprechend vielfältig ist auch das Programm, welches sowohl Geistes- und Sozialwissenschaften, als auch Naturwissenschaften einschließt. Berrit nahm zum einen an einem Kurs zur Anglistik/Amerikanistik teil, welcher die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften des angelsächsischen Sprachraums behandelte. Hierbei lernte sie viel über die Semantik (Wortbedeutung), Syntax (Satzlehre) und Ambiguität (Mehrdeutigkeit von Wörtern und Sätzen). Außerdem nahm Berrit am Kurs der Ethnologie teil, in welcher sie die Frage, ob Menschenrechte universell werden sollten, diskutierten. Lisa war in einem ganz anderen Bereich tätig. Sie befasste sich eine Woche mit den Biowissenschaften und speziell mit der Biotoxikologie, womit die Lehre von den Auswirkungen schädlicher chemischer Substanzen auf Ökosysteme gemeint ist. Als Beispiel untersuchten sie den Sandoz-Unfall, bei dem es zu einem großen Fabrikschaden kam, wodurch die Umwelt und das Ökosystem negativ beeinflusst wurden. Die eindrucksvolle Woche ging mit Berufsfeldexkursionen und Präsentationen über die eigene Arbeit zu Ende.
Eleonora A. (Kursstufe 2) beendete den Abend mit einem Vortrag über ihre Erlebnisse. Sie besuchte einen medizinischen Kurs zum Thema „Volkskrankheiten auf der Spur“ an der Deutschen Schülerakademie. Ziele der Akademie sind Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens, Präsentationen und Dokumentationen zu schaffen. Mit der Frage „Was ist Gesundheit?“ startete ihr Kurs. Im Laufe der Zeit ergab sich die Antwort darauf, das physische Wohlbefinden. Bei Volkskrankheiten wird unterschieden zwischen denen in Industrieländern und denen in Entwicklungsländern. In Industrieländern geht es um Wohlstands- und Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Adipositas oder Asthma, wohingegen Entwicklungsländer mit Infektionskrankheiten wie Ebola oder auch für uns harmlosen Viren zu kämpfen haben. Eleonora befasste sich speziell mit Diabetes als typischste Volkskrankheit und fand unter Anderem heraus, dass jeder Mensch im Jahr ungefähr sein eigenes Körpergewicht an Zucker zu sich nimmt. Ein Höhepunkt bei ihr war die Besichtigung einer Pathologie in Braunschweig, was für angehende Medizin- studenten natürlich sehr spannend ist. Auch ihr blieb eine tolerante Atmosphäre in Erinnerung.
Abschließend dankte Herr Scheffzek den Stipendiaten, da sie alle als Vorbilder, die über sich hinaus gewachsen sind, auftraten. Die Begeisterung über die jeweiligen Erfahrungen fand auch er sehr beeindruckend.

Talea B. (Kusstufe 2)

Letzte Änderung: 06.09.2018