Georgii-Gymnasium Esslingen am NeckarGeorgii-Gymnasium Esslingen am Neckar

Thomas Gutknecht

Herr Gutknecht und Lucia Flores
Herr Gutknecht und Lucia Flores
Herr Gutknecht und Herr Scheffzek
Herr Gutknecht und Herr Scheffzek
Im Gespräch 1
Im Gespräch 1
Im Gespräch 2
Im Gespräch 2
Plenum 1
Plenum 1
Plenum 2
Plenum 2

Der Philosoph Thomas Gutknecht zu Besuch am GG

Am 26.1.2007 besuchte der praktizierende Philosoph Thomas Gutknecht aus Reutlingen die Schülerinnen und Schüler der Philosophie- und Psychologiekurse am GG und stellte sich deren Fragen. Lucia Flores (Klassenstufe 12) hat diesen Besuch im Rahmen einer GFS vorbereitet, organisiert und moderiert.

Was macht ein praktizierender Philosoph?

Das Angebot, das Herr Gutknecht als praktizierender Philosoph anbietet, reicht von Einzelgesprächen, philosophischen Cafes, Veranstaltungen bei verschiedenen Bildungseinrichtungen bis hin zu Dingen wie Engagements für Geburtstage, wo er etwa mit den Gästen Reflexionen zum Thema Zeit moderiert. Interessant ist ferner, dass auch Firmen auf die Beratungsdienste des Philosophen zurückgreifen. Dabei leitet und moderiert er Gespräche zu Themen wie „Führung“. „Normalerweise gehe ich von den Worten aus, suche das Gespräch und analysiere, was Menschen darüber denken. Und da kommen ganz spannende Sachen dabei heraus“ Dabei nutzt er bewusst die Tatsache, dass er als Außenstehender einen nicht betriebsblinden Blick auf betriebsrelevante Themen werfen kann. „Ich weiß von nichts und ich bewahre mir das, von nichts etwas zu wissen – das ist nicht unbedingt ein Fehler“.
Obwohl Herr Gutknecht also überaus aktiv und beschäftigt ist, muss man bedenken, dass es das Berufsbild „Praktizierender Philosoph“ eigentlich gar nicht gibt. Herr Gutknecht übt diese Tätigkeit vor dem Hintergrund seines Studiums der Fächer Theologie, Philosophie, Germanistik und Pastoralpsychologie aus und bezeichnete sich im Verlauf des Gesprächs auch als „Seelsorger auf eigene Rechnung“.

„Die Welt ist so wie sie ist, damit wir können, was wir sollen.“

Die Besonderheit der philosophischen Lebens-, Denk- und Arbeitsweise beschrieb Herr Gutknecht in Abgrenzung zur Arbeitsweise der Psychologie folgendermaßen: „Die Crux der Therapie ist: Da geht man hin und sagt, der Doktor soll's richten – bei der philosophischen Beratung muss man selber etwas tun.“ Ferner sei nicht die Behebung einer Funktionsstörung das Ziel der philosophischen Praxis, sondern vielmehr die Frage, was ein Mensch mit all seinen Kräften und Fähigkeiten aus seinem Leben machen soll – zu wissen, „wohin die Reise geht.“ Der Philosoph thematisiert die Stellung des Menschen in der Welt und behandelt deshalb mit seinen Gesprächspartnern oft die beiden Hauptfragen: Warum ist die Welt so wie sie ist? und Was können wir tun, damit wir die Welt besser zurücklassen als wir sie vorfinden? Diesen praktischen Anspruch formulierte Herr Gutknecht auch mit dem schönen Satz: „Die Welt  ist so wie sie ist, damit wir können, was wir sollen.“

Da sich jeder Mensch diese Fragen stellt, sei es durchaus berechtigt, jeden Menschen in diesem Sinn als Philosoph zu bezeichnen. Oft werde gefragt, was das philosophische Denken überhaupt bringe. Dazu bemerkte Herr Gutknecht: „Wenn jemand fragt: Was habe ich denn vom Philosophieren, dann antworte ich etwas frech: man kann lernen, dass man nicht immer fragen muss:  was habe ich denn davon?“