Georgii-Gymnasium Esslingen am NeckarGeorgii-Gymnasium Esslingen am Neckar

Antigewalttraining

Antigewalttraining mit der Klasse 7c am 13. und 14.12.2007

An zwei Tagen fanden sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7C zu-sammen mit ihrer Klassenlehrerin Frau Bondiek, einer weiteren Fachlehrerin Frau Schütz und ihren Streitschlichterschülern zu einem Trainingsprogramm zusammen, das sich folgenden Frage widmete: Wie erlebe ich Gewalt? Was ist für mich Gewalt? Wo fängt sie an? Wo bin ich Opfer von Gewalt, die andere gegen mich ausüben? Aber ebenso: Wo mach ich andere durch mein Verhalten zu Opfern von Gewalt? Und schließlich: Wie kann ich besser mit Gewalt umge-hen und sie frühzeitig abwehren lernen?Geschult wurden wir von Frau Beck, die als ausgebildete Sozialpädagogin und Antigewalttrainerin hierfür zu uns an die Schule gekommen war. Die Eltern hatten sich diesen Kurs pro Schüler 9 Euro kosten lassen und versorgten uns freundlicher Weise an beiden Tagen obendrein noch mit einem Pausenimbiss.

Zuerst ging es einmal darum, herauszubekommen, wie wir Gewalt verstehen und wie sie für alle angemessen zu definieren ist. „Gewalt tut weh – innerlich und äußerlich“. Damit wurde klar: Um Gewalt handelt es sich nicht erst dann, wenn ich körperlich zuschlage, sondern auch Worte, Beschimpfungen, Verhal-tensweisen haben gewalttätige Auswirkungen in und an jedem von uns.

Wir fragten uns gegenseitig, ob bestimmte Beispiele für unser Empfinden be-reits mit Gewalt zu tun haben oder nicht? Und wir machten die erstaunliche Feststellung, dass für jede und jeden von uns Gewalt an einem anderen (Eskalations-)Punkt  beginnt.
Was kann man nun tun, um mit diesem unterschiedlichen Erleben angemessen und fair klar zu kommen. Wir fanden heraus, dass es nur bedeuten kann, dass ich selber die Grenzen des anderen anerkennen lerne, die er für sich im Blick auf die Gewalt setzt. Und dass ich in einem Konflikt, in dem es schon zu Gewalt gekommen ist, es ganz wichtig ist, dass ich STOPP sage und versuche, den an-deren zu verstehen.
Besonders spannend waren die Übungen, die wir mit den Encounter bats mach-ten. Diese Schaumgummikeulen, mit denen man seine Wut loswerden darf, ohne den anderen zu verletzen und mit denen man aber auch lernt, dass man mit dem „Gegner“ plötzlich in ein kreatives Spiel eintritt und der Zorn und darüber auch das Verhältnis zum anderen sich wandelt, waren ebenso einprägsame Erlebnisse für uns als Schüler- und Lehrergruppe, wie auch die vielfältigen Kooperations- und Wahrnehmungsspiele.
Uns ist klar geworden, dass solche Trainingseinheiten längerfristig nur etwas bei uns und in unserem Verhalten verändern können, wenn wir „dran“ bleiben. Darum haben die Streitschlichter beschlossen, nun im 2. Schulhalbjahr als ein vorläufiges „Pilotprojekt“ eine AG: Antigewalttraining anzubieten. Diese wird von älteren Schülern und Frau Schütz betreut sein und soll vor allem für all diejenigen Schülerinnen und Schüler da sein, die erst einmal Dampf ablassen wollen/müssen, ehe sie den anderen wahrnehmen können und in ihm einen gleich-berechtigten Partner, Mitschüler (und Spielgefährten) sehen können! Nähere Hinweise siehe AG-Angebot auf der Homepage!


Frau Bondiek, Frau Schütz und die Streitschlichter der Klasse 7c

 

Letzte Änderung: 24.09.2012

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