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Experimentelle Literatur und Musik

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Experimentelle Literatur und Musik

Zugang

Wer bekommt schon ein solches Angebot? Welche Schule, welche Klasse, welcher Kurs: sich einzubringen in eine Vorführung experimenteller Literatur und experimenteller Musik, teilzuhaben an einer Darbietung in diesem alles andere als alltäglichen künstlerischen Metier, und das in Zusammenarbeit mit höchst anerkannten Künstlern? Da heißt es zugreifen und Fantasie entwickeln, Einfälle durchspielen und sich mit dem Material Sprache und ihren Ausdrucksmöglichkeiten initiativ, intensiv und kreativ auseinandersetzen.

Die Schriftstellerin Lisa Spalt aus Wien begutachtete die Vorarbeiten, ermunterte, ermutigte und zeigte Wege auf: mit sicherem Blick, mit wertvollen, weiterführenden Hinweisen, mit dem klaren Ziel eines stimmigen Textes. Ein Text ist ein Gewebe, ein sprachliches Gebilde von Aussagen und Verweisungen, getragen von einer maßgerechten Struktur, ausgerichtet auf Laut, Ton, Klang, bewegt durch Rhythmus in Stockung und Strömung, gebaut aus Silben, Wörtern, Wortverbindungen, Sätzen. Die Form gibt dem Inhalt Wirklichkeit und spezifische Wirkung.

Umsetzung braucht Einsatz. Zur Vorführung gehören Mut, Wille, Übung. Der Sänger Frank Wörner war ideenreicher, mitreißender, beharrlicher Anreger. Seine professionelle Anleitung als Vorführer und Vormacher brachte den zündenden Funken. Er zeigte auf, wie einem Text, eigentlich toten Buchstaben auf Papier, Leben eingehaucht werden kann, wie aus der Starre geschriebener Wörter, die aus sich heraus zwar immer schon auf Gehörtwerden zielen, dieser Sphäre aber erst zugeführt werden müssen, die unverwechselbare Lebendigkeit gesprochenen Ausdrucks entsteht, wie Fixiertes zu Leben und Leidenschaft befreit werden kann.

Sich darauf einzulassen, auf Textproduktion zum einen und Textvorführung zum anderen, erschließt neue Sichtweisen und ermöglicht Selbsterfahrung: durch Weitergeben, Hörbarmachen im Medium eigener Ausdrucksmöglichkeiten, durch die Bereicherung im Umgang mit Künstlern und die Auseinandersetzung mit ihren Ideen.

Viel Lob und Anerkennung gab es bei der Aufführung im Kutschersaal der Esslinger Stadtbibliothek. Mit ihrer besonderen Art von Eröffnung, Auftakt und Einstimmung, geboten von einem munteren Schwung junger Leute, gewannen die Schülerinnen und Schüler das Publikum aus Kennern und Liebhabern experimenteller Literatur und Musik im Handumdrehen für sich, zumal die erwartungsfrohe Zuhörerschaft höchst interessiert war, durchweg aufgeschlossen und offen für ungewöhnliche Hör-Ereignisse und sichtlich angetan von der ungekünstelten Art der Darbietung, dem Elan und dem Selbstbewusstsein der Vortragenden. Applaus ist Lebenselixier darstellender Künstler. Er belohnt Geleistetes und spornt an. So wurde der Auftritt zu einem Erlebnis beglückenden Erfolgs bei einem Publikum, das sich so unumwunden zu Begeisterung hinreißen ließ, und geglückten Zusammenwirkens mit den ausgewiesenen Künstlern. 

Letzte Änderung: 06.09.2018

Fotos

Vorarbeit
Im Kutschersaal
Applaus!