"Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann..." - 10er besuchen die KZ-Gedenkstätte in Dachau

13.07.2017  (D.Ö.)  –  Die gesamte Jahrgangsstufe 10 besuchte am Donnerstag, 13. Juli die KZ-Gedenkstätte in Dachau. Das Lager bestand vom 22. März 1933 bis zu seiner Befreiung durch Soldaten der 7. US-Armee am 29. April 1945.

Das Gelände liegt ca. 20 km nördlich von München. Zunächst wurden in Dachau hauptsächlich politische Gegner des NS-Regimes inhaftiert, später dann verstärkt Juden und andere Verfolgte. Außerdem diente die Anlage als SS-Ausbildungslager. Man geht davon aus, dass mehr als 41.000 Menschen in Dachau den Tod fanden und insgesamt über 200.000 Häftlinge in Dachau inhaftiert waren. Unsere Schülerinnen und Schüler wurden durch die verschiedenen Gefängniszellen, eine nachgebaute Baracke und durch das Krematorium geführt. Sichtlich bewegt verließen wir nach 3 Stunden wieder das Lager durch das eiserne Tor, das die Häftlinge bis 1945 mit der Aufschrift "Arbeit macht frei" begrüßte. Tatsächlich kam kaum ein Gefanger aus Dachau lebend frei. Viele nahmen sich auch das Leben, indem sie einen Fluchtversuch unternahmen, der zum sicheren Tod durch Erschießen führte. Das Mahnmal mit der Aufschrift "Nie wieder" fordert uns auf, die Greueltaten der Nazidiktatur nicht zu vergessen und auch zukünftige Generationen an die Geschehnisse zwischen 1933 und 1945 zu erinnern.

"Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt sie zu wiederholen". Mit diesen Worten des Schriftstellers George Santayana verabschiedete sich unser Guide in Dachau.

 

Aus Schülersicht (von Lisa T. und Johanna H.)

Wir, die zehnten Klassen, haben am Donnerstag, den 13.07.17, im Rahmen des Leitbildthemas "Wertschätzung" die KZ-Gedenkstätte in Dachau besucht. Wir bekamen eine Führung durch das gesamte Areal und erhielten interessante und neue Informationen von einer netten Dame, die gerne und präzise auf alle unsere Fragen antwortete. Sie erklärte uns zum Beispiel, wer in Dachau inhaftiert war, wie es den verschiedenen Häftlingsgruppen erging und wie deren Markierung auf ihrer Kleidung war. Auch die einzelnen "Stationen", die jemand durchlaufen musste, wenn er in das Konzentrationslager Dachau aufgenommen wurde, sowie die Strafen, die die SS-Männer bei allem durchführten, was ihnen nicht gefiel, wurden uns in ihrem schlimmen Ausmaß beschrieben und gezeigt. Uns ist aufgefallen, dass die Kameradschaft und Unterstützung zwischen den Häftlingen sehr wichtig, für viele überlebensnotwendig und eine große Stütze waren. Der Ausflug wurde mit einem zwanzigminütigen Film über das damalige KZ in Dachau beendet. Trotz der erschreckenden, grausamen Bilder und Berichte fanden wir den Tag gelungen, da wir uns nun vieles besser vorstellen können. Im Kopf geblieben ist uns eine große Tafel, auf der "Nie wieder" in fünf verschiedenen Sprachen stand. Selber umsetzen können wir das, indem wir andere Menschen tolerieren und uns klar machen, dass jeder Mensch gleich viel wert ist. Denn nur, wenn wir andere Menschen tolerieren, können wir verhindern, dass so etwas "nie wieder" geschieht.