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Streitschlichterqualifizierungstage 2007

Streitschlichterqualifizierungstage vom 18. bis 20. Oktober 2007 auf dem Füllmenbacher Hof

Was machen Schüler, wenn sie einen Konflikt miteinander haben? – Klar, entweder sie dreschen weiter aufeinander ein, oder aber sie versuchen ihn zu lösen. Wenn alle eigenen Versuche, das Problem selbständig aus der Welt zu schaffen, jedoch scheitern, suchen die Schüler Hilfe und können dazu am Georgii-Gymnasium zu den Streitschlichtern kommen. Was ist aber gemeint mit „Mediation“ und „Streitschlichtung“? Und was kann man tun, um ein Streitschlichter zu werden?

Diesen Fragen sind rund dreißig Schüler/innen der Klassen 8-10 in diesem Schuljahr schon nachgegangen und fuhren dazu mit Frau Schütz und den drei Schülerinnen Ann-Kathrin Mühleisen, Anna Kienel und Gudrun Kuppler aus der Jahrgangsstufe 12 von Donnerstag 18. Oktober bis Samstag, 20. Oktober 2007 nach Zaisersweiher (bei Mühlacker)  auf den Füllmenbacher Hof, wo schon in den zurückliegenden Jahren dreimal die Streitschlichterausbildungen statt gefunden haben. Die Hütte eines Wanderheims mitten im Wald und unweit eines idyllisch gelegenen Sees bot den Ort zum Kennenlernen der anderen und zum Erlernen der Technik der Mediation. Die Atmosphäre war trotz kalten Wetters recht locker und heiter, nicht zuletzt dank des tollen Tagesprogramms, das nicht nur aus Lerneinheiten bestand! Ganz im Gegenteil unsere Ausbilderinnen hatten sich die Wörter Spiel, Spaß und Spannung sehr zu Herzen genommen! So verbrachten wir viel Zeit damit, uns besser kennen zu lernen, Gruppenspiele zu spielen und herzhaft zu lachen. Am zweiten Abend gab es sogar einen Kinoabend („Der Club der toten Dichter“). Außerdem stellte sich heraus, dass manche das Zeug zu wahren Zauberkünstlern haben und abends blieb auch genügend Zeit, Frau Schütz beim Erzählen spannender Geschichten zuzuhören. Übrigens: gekocht haben wir uns selber – schmeckte gar nicht schlecht, obwohl auch wir Jungens die Köpfe in die Töpfe steckten, um Lebensmittel zu etwas Essbaren zusammenzurühren!

Doch bei all dem Spaß stand natürlich ein ganz wichtiges und ernstes Thema im Vordergrund – die Mediation.
Die Mediatoren oder Streitschlichter versuchen den Kontrahenten bei der Lösung ihres Problems zu helfen, so dass keine der beiden Seiten zu kurz kommt. Das kann nur auf freiwilliger Basis funktionieren. Wichtig bei einem solchen Gespräch sind klare Regeln, wie das gegenseitige Aussprechenlassen oder das Vermeiden von Beleidigungen. Das Ziel des Streitschlichtergesprächs ist eigentlich, dass die Streitenden sich auf einen Kompromiss verständigen und diesen in einem gemeinsam zu unterzeichnenden Vertrag verpflichten. Durch Rollenspiele, die von alltäglichen Schulstreitigkeiten handeln, lernten wir die wichtigsten Inhalte und Phasen des Mediationsgesprächs  genauer kennen und sie selber anzuwenden.

Da alle Streitschlichter zugleich auch Paten in der ihnen zugewiesenen Klasse sind, tauschten wir uns auch über die vielseitigen Möglichkeiten aus, etwas mit der Patenklasse zu unternehmen. Sehr gefragt schienen dabei in der Vergangenheit Übernachtungen in der Schule, Filmabende, Karaoke- oder Spielenachmittage, sowie Kinovorführungen in der Schule oder gemeinsame Kinobesuche. Es stellte sich heraus, dass viele Unterstufenklassen sehr gerne etwas mit ihren Paten unternehmen und froh sind, dass es in der Schule jemanden in ungefähr ihrem Alter gibt, der ein Ohr für ihre Probleme hat!
Frau Schütz, Ann-Kathrin, Anna und Gudrun meinten nach den zwei Tagen, dass dieses Jahr die Streitschlichterausbildung so erfolgreich und motiviert wie kaum zuvor abgelaufen ist, das beflügelt uns, uns nun für unsere Mitschüler und das Schulleben zu engagieren!
Wir, die wir nun ausgebildet Streitschlichter und Paten sind, freuen uns natürlich auch auf noch mehr Zuwachs! Darum herzliche Einladung an alle Schülerinnen und Schüler, die vielleicht im nächsten Schuljahr den Entschluss fassen wollen und sich zum Mediator/Mediatorin ausbilden lassen möchten und dabei  in der Gruppe viel Spaß haben möchten! Man darf auch nicht vergessen, dass man bei den Streitschlichtungen auch selber viel fürs Leben lernen kann, z.B. andere ausreden lassen, andere wertschätzen, genauer hinschauen, wo die Ursachen für Konflikte liegen, vielleicht manchmal auch bei einem selbst und nicht (nur) beim anderen.
Schade, dass es nur zwei Tage waren, die wir wegfahren konnten und schade auch, dass nicht alle von uns mitkonnten!

Damian D.

Letzte Änderung: 24.09.2012