Georgii-Gymnasium Esslingen am NeckarGeorgii-Gymnasium Esslingen am Neckar
Aktuelles » Angekommen – angenommen am Georgii

Angekommen – angenommen am Georgii

Esslingen, 04.12.2019 (P.D.) – In den vergangenen vier Wochen hat sich die Klasse 9c im Gemeinschaftskundeunterricht besonders stark mit dem Thema „Migration“ auseinandergesetzt.

Zunächst wurde im Unterricht die Wissensgrundlage gelegt. Dabei standen die Flüchtlingsströme nach Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg und ihre Hintergründe sowie die Push- und Pull-Faktoren für Migration im Zentrum der Betrachtung. Auch die politischen Grundlagen für eine Zuwanderung in Deutschland wurden erarbeitet sowie die Folgen derselben.

Das Gelernte sollte aber nicht abstrakt bleiben, sondern „greifbar“ werden. Vorurteilen und Ängsten kann nur begegnet werden, wenn Brücken gebaut werden.

So hat die Klasse 9c in einer Unterrichtsstunde die Vorbereitungsklasse des Georgii-Gymnasiums besucht. Herr Schalhorn hat mit dieser in den vergangenen Wochen sehr anschaulich und liebevoll die „Fluchtgeschichten“ der Schüler auf einzigartige Art und Weise plastisch dargestellt. Jeder Schüler der VKL hat einen eigenen Koffer mit Gegenständen, Texten und Erinnerungen an die alte Heimat und den Erlebnissen auf der Flucht gefüllt. Auch Träume und Sehnsüchte finden sich in diesen sehr privaten Schatzkisten. Die Schüler der Klasse 9c durften zunächst alle Koffer in Ruhe betrachten, kamen leise flüsternd darüber miteinander ins Gespräch und haben den Blick auf die individuellen Wege gleichaltriger Schüler der eigenen Schule als sehr emotional erfahren. Anschließend kamen sie mit den Schülern der VKL ins Gespräch und wagten kaum, Fragen zu stellen, aus Sorge davor, unsichtbare Grenzen zu überschreiten. Flucht ist immer sehr persönlich und der Einzelne dabei äußerst verletzlich.

In der darauffolgenden Doppelstunde war der Verein „Kubus e.V.“ im Unterricht zu Gast. Ein ehemaliger Flüchtling aus Afghanistan und Jochen Schneider, ein Sozialarbeiter, der das Projekt betreut, brachten für jeden Schüler eine VR-Brille (Virtual Reality) mit und durch diese erlebten die Schüler die tatsächliche Fluchtgeschichte von Belal, einem Flüchtling aus Afghanistan, seine einzelnen Fluchtstationen auf seinem Weg nach Deutschland hautnah mit. Sie saßen mit ihm im hinteren Teil eines Lkw zwischen Transportkisten versteckt, erlebten den Aufenthalt im bulgarischen Gefängnis und in den Flüchtlingslagern. Anschließend sahen alle Schüler gemeinsam die Interviews zweier Mädchen, die ihre Flucht, ihr Leben in Deutschland und ihre Zukunftspläne offenbarten. Immer wieder berichteten die Leiter von Kubus von den Fährnissen der Flucht und den schwierigen Umständen, die den Alltag der Flüchtlinge in Deutschland prägen und standen für alle Fragen der Schüler umfassend und kenntnisreich zur Verfügung.

Durch die intensive Auseinandersetzung  blieb das Thema „Migration“ nicht abstrakt, sondern verwob sich für die Schüler der Klasse 9c mit Mitmenschen aus der nahen und ferneren Umgebung.

Alle Meldungen
Letzte Änderung: 04.12.2019

Bilder