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Ein Stückchen Weihnachtshimmel - Weihnachtskonzert des GG

Esslingen, 21.12.2019 (C.S.; Fotos: K.M.) – Damit hat ja wohl auch keiner gerechnet, dass Dekan Weißenborn am 18.12.19 in den "Adventsminuten" in der Stadtkirche St. Dionys anfängt, von "Asterix und Obelix" zu erzählen. Dabei hatte doch alles so stimmungsvoll weihnachtlich begonnen!

Aber lieber der Reihe nach:

Schon längst ist es Tradition geworden, dass das GG sein Weihnachtskonzert in den Rahmen der "Adventsminuten" stellt, die einen ruhigen Moment des Innehaltens und des Augenmerks auf die Weihnachtsbotschaft bieten wollen.

Mit pastoralen Blockflöten (Hannah G., Ricarda B. (Klasse 10), Verena J.) und den vollen Stimmen des Liedes "Hört der Engel helle Lieder" lud der Große Chor unter der Leitung von Isabel Egner die Zuhörer ein, den Worten und Klängen der Himmelsboten zu lauschen, die das Wunder der Weihnacht auf der Erde bekannt machten.

Darauf folgte die Andacht von Dekan Weißenborn, der nun – völlig unweihnachtlich! - den Gallierhäuptling Majestix als seine Lieblingsfigur bei “Asterix” vorstellte, weil der so mutig und einflussreich sei. Nur Majestix' Sorge, der Himmel könnte ihm auf den Kopf fallen, habe schon immer das Bild gestört. Denn dieser Mann habe fast alles – Ansehen, Mut – aber kein Vertrauen in den Himmel. Und hier komme Weihnachten: Denn in der Weihnachtsgeschichte komme der Himmel auf die Erde, nicht als zerstörerischer Untergang wie in Majestix' Schreckensbild, sondern als freundliches, behutsames Geschenk für die Menschen, die ihn so dringend brauchen.

Passend führte das Gemeindelied im Anschluss diesen Gedanken weiter: "O Heiland, reiß die Himmel auf" wurde von einem Bläserensemble unter der Leitung von Konrad Müller gefühlvoll begleitet.

Der stellvertretende Schulleiter Gereon Basler eröffnete mit seiner Begrüßung den konzertanten Teil des Abends, in dem das Lied "Maria durch ein Dornwald ging" mit der von Strophe zu Strophe wachsenden Besetzung den Weg von der Einsamkeit hin zum vollen Leben sinnfällig nachzeichnete.

Nach diesen bekannten Weihnachtsklassikern sang der Chor den Zuhörern mit einem Lied von J. Rutter unzählige gute Wünsche rund um Weihnachtsatmosphäre, Weihnachtserinnerungen, Weihnachtsfreuden zu, die letztlich alle in den einen mündeten: "I wish you Christmas". Ganz schwungvoll wurde es mit dem letzten Beitrag des Großen Chores, den Moritz G., K1, mit Percussion begleitete. In all seinen Beiträgen sorgten die starken Männerstimmen und die leichten, natürlichen Frauenstimmen des Chores für ein eindrucksvolles Klangerlebnis.

Eine zumindest für einen Schulchor außergewöhnliche Aufführung brachte dem Publikum das Unterstufenorchester mit. Die Nachwuchsmusiker spielten unter Frieder Kögel eine Komposition von M. Drischner. Wohlbekannte Melodien und atmosphärische Partien ergänzten sich hier zu einer musikalischen Fassung der Weihnachtsgeschichte. Wenn dabei vereinzelt das Tempo ein klein wenig aus den Fugen geriet, ist das sicher der Aufregung geschuldet und schmälerte den Genuss kaum. Ganz ohne erkennbare Aufregung aber bescherten zwei Orchesterspieler den Zuhörern Gänsehautmomente: Lennart B., 7a, und Kaspar G., 6c, sangen zwischen den instrumentalen Teilen (an denen sie mit Cello und Kontrabass selbst mitwirkten) mit ihren glasklaren Knabensopranen souverän und berührend erzählende Rezitative. Ein ganz großes Kompliment für diese musikalische Leistung, vor allem natürlich an die Solisten und ihre himmlischen Stimmen.

Inzwischen hatte sich für den letzten Abschnitt der musikalischen Weihnachtsgeschichte auch noch der Unterstufenchor für "Schönster Herr Jesu" hinzugesellt. Wie ein Konzert davon lebt, dass alle Beteiligten miteinander die Musik gestalten, kam hier in bester GG-Gepflogenheit wieder deutlich zum Tragen.
Unter der Leitung von Franziska Schmieder ließ der Unterstufenchor die Zuhörer seine Lust am Gesang spüren, ohne dabei Abstriche in Textverständlichkeit und Intonation zu machen. Mit eigener Percussionbegleitung ging der Liederreigen von traditionellen kleinen Glöckchen ("Kling, Glöckchen") über einen Ausflug ans andere Ende der Welt ("A las doce de la noche" aus Chile) und einen in die Lebenswirklichkeit der Kinder ("Die kleine Keksemaus" von L. Maierhofer, von den Sängerinnen und Sängern mit passenden Gesten szenisch untermalt) zurück zu wiederum wohlbekannten Klängen großer Glocken, die diesmal von der Erde bis in den Himmel schallen und so das Christkind herbeirufen ("Süßer die Glocken").

Den Abschluss machte mit zwei symphonischen Werken aus dem Barock das Große Orchester, dessen reichen Klang Frieder Kögel dirigierte. Schon zu sehen, wie viele Talente sich in die große Besetzung einbringen, machte bei de Lalandes "Weihnachtssinfonia" und Correttes "Symphonie de Noël" Freude. Die ausgewogene Harmonie des Orchesters sorgte für unterschiedlichste Gefühlswelten und brachte von Satz zu Satz aufwühlende, melancholische, heitere und erhebende Stimmungen mit. Besonders wurde das Wechselspiel aus gewichtig daherkommenden und spielerisch-leichten Passagen im letzten Satz (Allegro) umgesetzt. Nicht nur den Streichern und den Blechbläsern verlangten die beiden Werke einiges an Geschick, Konzentration und Ausdauer ab; doch selbst das ambitionierte Tempo meisterte das Ensemble. Selbst wo an einzelnen Stellen das Zusammenspiel kurz nicht ganz regelmäßig war, bekamen die Musiker das schnell wieder in den Griff.

Zur vielleicht schönsten Tradition des jährlichen Weihnachtskonzerts geworden ist der letzte Programmpunkt, "Tutti mit Gemeinde": Gemeinsam mit den Aktiven durften zum Ausklang alle Anwesenden mitmusizieren beim feierlichen "Tochter Zion".

Mit verdientem Applaus belohnte das Publikum die Musiker und dankte damit allen Beteiligten für einen bereichernden Abend: Wer mit dem verbreiteten Gefühl, dass einem bald der Himmel auf den Kopf fällt, aus der Adventshektik angekommen war, konnte in diesem Konzert ein wenig vorweihnachtliche Ruhe finden. Hat hier nicht die schöne Musik gezeigt, dass an Weihnachten der Himmel freundlich zu den Menschen kommt?

Ihr Musiker, Schüler wie Lehrer, habt uns ein Stückchen Weihnachtshimmel mitgebracht. Danke dafür.

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Letzte Änderung: 21.12.2019

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