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Literatur und Theater am Georgii: Deconstructing Tell

Esslingen, 29.02.2020 (R.M.) – Wurdest du schon einmal ungerecht behandelt? Wie hast du darauf reagiert? Hast du dich gewehrt? Könntest du dir vorstellen, dich auch mit Gewalt gegen Ungerechtigkeit zu wehren?

Es sind die moralischen Kernfragen des Stücks „Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller, die die SchülerInnen des Literatur- und Theaterkurses von Herrn Trapp in ihrer Bearbeitung unter dem Titel „Deconstructing Tell“ umkreisten. Diese Fragen – und ausgewählte Antworten von Schülerinnen und Schülern des Georgii darauf – wurden dem Zuschauer auch über Projektionen in den „Umbauphasen“ immer wieder präsent gemacht.

Auch die gewählten Musiktitel untermalten den thematischen Fokus des Stücks und der Inszenierung. So sang die Band Rage Against the Machine ihr hymnenhaftes „Fuck you, I won't do what you tell me“ – in Schillerschem Deutsch etwa: „Feigherz‘ge Vorsicht, fahre hin – auf nichts als blutige Vergeltung will ich denken.“ – und Frittenbude forderten „Die Dunkelheit darf niemals siegen!“ Und nach und nach wurde auf der Bühne aus dem passiven Widerstand ein offenes Aufbegehren. Wobei eine Frage bleibt: Ist der „Starke dann am mächtigsten allein“ oder braucht‘s ein „einzig Volk von Brüdern“?

Die Aufführungen am 4. und 5. Februar in der Aula des Georgii boten eindrückliche Bilder – etwa die Burg Uri, die da auf der Bühne als gemeinsame Skizze entstand – gute schauspielerische Leistungen und eindringliche chorische Passagen. Besonders hervorzuheben ist hierbei der Versuch einer Aktualisierung des Rütli-Schwurs mit dem der humorvolle und unterhaltsame Abend nachdenklich endete:

Wir wollen sein eine geeinte Bevölkerung,

Uns nicht mit Shitstorms überziehen und uns zerfleischen bei jedem Gefühl von Gefahr.

Wir wollen frei sein, in Wort und Schrift und Bild, und unabhängig von Haut und Haar,

Eher ohne Smartphone als gebückt aus dem Hause gehen!

Wir wollen trauen auf die uns geschenkten Rechte, unsere gewachsenen Werte,

Und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.

Unvergesslich übrigens: Kurslehrer Herr Trapp in der Rolle eines Deutschlehrers, der die „Rütli-Szene“ unterrichtet. Ein sehr gelungener Abend!

Danke an die tolle Truppe und ihren Leiter Herrn Trapp!

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Letzte Änderung: 29.02.2020

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