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Kant und die Moral

Eines ist für den berühmtesten deutschen Philosophen klar: Moralisch sind unsere Handlungen nicht schon dann, wenn wir nur möglichst viel Nutzen aus den Handlungsresultaten ziehen können. Moralisch sind unsere Handlungen auch dann nicht, wenn wir unseren edleren Emotionen wie dem Mitleid folgen. Nein.

Mit seinem kategorischen Imperativ – eine Art Test für die Moralität unserer Handlungsabsichten – fordert Kant dem Menschen vielmehr eine Haltung ab, die die Grenzen seiner engen Subjektivität überwinden soll. Moralisch – so Kant - werden unsere Handlungen nämlich erst dann, wenn wir unsere Entscheidungen sozusagen im Weitwinkelobjektiv vor uns und anderen rechtfertigen können. Das hört sich dann in kantischen Worten so an:
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Oder in  einer anderen Formulierung des philosophischen Großmeisters: „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“

Kant fordert also nichts weniger als den Willen zur Verantwortung fürs Ganze - Think Big! Für eine globalisierte Welt, die große Lösungen braucht, ist Kant verblüffend aktuell.

Der Esslinger Philosoph Peter Vollbrecht hat am 25.1.2011 im Rahmen seines längst etablierten Philosophischen Cafes in der Stadtbücherei Esslingen den Besuchern Kant souverän nahe gebracht und sein Publikum zur Diskussion herausgefordert. Unter den Besuchern waren auch Schülerinnen und Schüler aus dem Ethikkurs der Klasse 13, die sich gerne einmal außerhalb des schulischen Rahmens mit einem Autor konfrontieren ließen, der auch im Ethikunterricht eine große Rolle spielt.

Wir danken Herrn Vollbrecht für diesen anregenden Abend.

Letzte Änderung: 06.08.2011