Georgii-Gymnasium Esslingen am NeckarGeorgii-Gymnasium Esslingen am Neckar

Festschrift zum 700-jährigen Bestehen

Ein Abriß der Schulgeschichte

Eine Festschift zum 700-jährigen Bestehen verfaßt von Stadtarchivar Oberstudienrat Dr. Otto Borst

Siebenhundert Jahre, das ist ein bißchen viel. Wir spüren das alle. Aber es hat seine Richtigkeit damit. Am 3.12.1267, im gleichen Jahr also, in dem der viel zu junge Konradin von Esslingen aus nach Italien zieht, wird hier in der Stadt auch eine kleine, an sich unbedeutende Privaturkunde ausgefertigt. In ihrer Zeugenreihe taucht auch ein Marquardus scolasticus auf. Der Sprachgebrauch der Zeit verrät mit dieser Bezeichnung den Lehrer und die Existenz einer Schule. Spätestens seit diesem Jahr haben wir in Esslingen eine Lateinschule. Schon im Jahre 1326 hat sie ein eigenes Haus bekommen ("unserre kinde schuole") und sich (vielleicht aber auch schon früher) von der Pfarrschule gelöst. Sie ist Stadtschule. Bis zum 29. Juli 1910 ist die Esslinger Lateinschule im gleichen Gebäude geblieben, also über ein halbes Jahrtausend lang. Dann erst zog sie in ihr heutiges Gebäude am Lohwasen. Wir haben nicht viele höhere Schulen in Baden-Württemberg, ja in der Bundesrepublik, die auf eine derart lange, im Grunde rasch erzählte und recht unkomplizierte Tradition zurückblicken können. Freilich, wenn man die Dinge im einzelnen betrachtet, in Jahrzehnten und Jahrhunderten, in Schullehrer und Schülergenerationen, dann liegt ein wahrer Berg von Quellenmaterial im Stadtarchiv (denn die Stadt war ja oberste und autonome Schulbehörde bis zum Jahre 1803), vor dem man Angst bekommen könnte. Es ist ein Glücksfall, daß der einstige Rektor unseres Hauses, Otto Mayer, sich vor dem ersten Weltkrieg in jahrelanger Forschungsarbeit der Geschichte des Esslinger Gymnasiums angenommen hat. Im Jahre 1915 ist seine "Geschichte des humanistischen Schulwesens in der Freien Reichsstadt Esslingen 1267 - 1803" erschienen.

Es ist eine überaus fleißige Arbeit, die auch Aufnahme in die "Geschichte des humanistischen Schulwesens in Württemberg" (Stuttgart 1920) gefunden hat, in ein Werk, um das man uns daheim und draußen heute noch beneidet. Dieser erschöpfenden Untersuchung Mayers, die sich der kleinen, scheinbar abseitigen Dinge ebenso annimmt wie der großen geistesgeschichtlichen Zusammenhänge, ist nichts hinzuzufügen. Mayer hat sie selbst im Jahre 1910 ergänzt durch eine im gleichen Jahre bei Otto Bechtle erschienene Darstellung der Schulgeschichte des 19. Jahrhunderts. Wer sich also mit der Sache näher befassen will, wird zu dieser kompletten Schulgeschichte greifen. Wir können uns hier mit ein paar Sätzen begnügen.

Der außerordentlich frühe Beginn der Esslinger Lateinschule ist leicht erklärlich. Das Institut lag damals in Händen der Mönchsorden, sicherlich denen der Dominikaner bzw. Prediger. Die sind nach Esslingen im Jahre 1221 gekommen. Unsere Stadt darf sich rühmen, die älteste Dominikaner-Niederlassung Deutschlands gehabt zu haben. Daß bei diesen Leuten geistig führende Köpfe waren, Historiker von großem Format, Männer, die in der Geschichte der deutschen Mystik einen Namen haben, solche, die in der Scholastik tonangebend gewesen sind: das alles ließe sich mit vielen Einzelbeispielen belegen. Für uns ist wichtig zu wissen, daß die kleine Lateinschule im Windschatten des Ordens und seiner geistigen Bewegung groß geworden ist.

Daß die kirchlich-bruderschaftlichen Institute sich langsam verbürgerlicht haben, d. h. städtisch geworden sind, lag in der Natur der Sache und ist auch anderswo festzustellen. Beispielsweise hat Esslingen ein Spital besessen, das selbstverständlich auch zunächst eine bruderschaftliche Institution gewesen ist, eine Vereinigung von Laien, die nach mönchischen Regeln lebten und sich der Armen und Krankenpflege widmeten. In Urkunden der Jahre 1317 und 1318 wird dieses Spital aber schon wie städtisches Eigentum behandelt. Und in den kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten ist es dann de facto auch eine Sache der Stadt.

Genau das gleiche Schicksal hat die Lateinschule erlebt. Sie ist schon wenige Jahrzehnte nach ihrer ersten Nennung, schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts praktisch in den Händen des Bürgermeisters und des Rates, und im 15. Jahrhundert sieht man in dieser Entwicklung schon gar nichts besonderes mehr. Wir können diesen Prozeß freilich nicht mit Jahr und Tag genau angeben, wie denn überhaupt das hohe und beginnende späte Mittelalter uns dann einen Strich durch die Rechnung macht, wenn wir, in unseren modernen Vorstellungen groß geworden, eine präzise und exakte Antwort dort erwarten, wo der mittelalterliche "Staat" nur sehr lockere und nach anderen Vorstellungen aufgebaute Gebilde gekannt hat.

Das jedenfalls wird deutlich, daß die Lateinschule mehr und mehr mit den Aufgaben und den Fordernissen der Stadt zusammenwächst, daß sie in mancherlei Hinsicht auch Trägerin der spätscholastischen Bewegung und des Frühhumanismus wird. Zwar ist Niklas von Wile nicht in dieser Esslinger Lateinschule Magister gewesen. Er hat vielmehr ein Konkurrenzunternehmen in der Stadt aufgebaut, eine eigene Schule "Schreibens und Dichtens", in der er künftige Stadtschreiber für Süddeutschland, für die Schweiz, für Österreich herangezogen hat. Aber es bleibt dann immer noch eine Reihe bedeutender Namen, Theologen, Juristen und Übersetzer, die sich im mittleren Neckartal oder draussen, in Oberitalien, in den Rheinlanden, in Mitteldeutschland oder in Frankreich einen beachteten Namen zu machen gewußt haben. Ein großer Teil dieser späteren Professoren und Rektoren und Domkapitulare und Generalvikare hat in der Esslinger Lateinschule sein Rüstzeug geholt. Wir hätten viele Beispiele dafür. Wenn wir sie alle zusammennehmen, wird uns klar, daß diese Esslinger Lateinschule am Vorabend der Reformation wesentliche Beisteuer geleistet hat zur Aufrichtung humanistischen Denkens bei uns, genau gesagt: eines spezifisch schwäbisch-württembergischen Kulturkreises am mittleren Neckar.

Die Reformationszeit hat der Schule eine Ordnung gebracht, die erste vielleicht, die sie im moderneren Sinne des Wortes gehabt hat. Rückschläge waren schon damals hinzunehmen. Der Abschied von der, wie man dann im 19. Jahrhundert gesagt hätte, "Gelehrtenschule" der scholastisch-humanistischen Zeit und die rückhaltlose Verknüpfung des Instituts mit der reformatorischen Lehre hatte insofern eine Gefahr mit sich gebracht, als das Fundament auch hier im Erziehungsbereich die neue Lehre war. Wenn sie mit obrigkeitlicher Dekretierung, wie in der sogenannten Interimszeit, zurückgeschnitten oder irgendwie gehemmt wurde, so mußte auch die Schule darunter leiden. In Esslingen war das eine schwere und unangenehme Zeit. Erst am Ende des 16. Jahrhunderts kam es dann wieder zu einer festen und klaren Schulordnung, die man hier in der Stadt im wesentlichen Lukas Osiander, dem freimütigen Hofprediger Herzogs von Württemberg verdankt.

Auf seinen Vorschlag hin ließ der Stadtmagistrat im Jahre 1598 auch ein sogenanntes Collegium Alumnorum errichten, ein der Lateinschule angegliedertes, städtisches Internat, in dem diejenigen Schüler eine Bleibe fanden, die ihre Eltern nicht in Esslingen hatten. Übrigens hat dieses Collegiatstift vor allem im 17. und 18. Jahrhundert sich weit über Esslingen hinaus einen Namen gemacht. Man hat hier nicht nur die Hausaufgaben nachgesehen oder unter Anleitung älterer Schüler noch einmal durchgesprochen (ein verhältnismäßig sehr modernes Unternehmen, wie unsere lieben Eltern wissen), sondern vor allem: viel, viel musiziert. Während man sonst in altwürttembergischen Städten wie Kirchheim unter Teck, Göppingen, Schorndorf oder Leonberg in der Barock- und der Aufklärungszeit die Existenz Esslingens eigentlich nur mitleidig belächelt hat, so war man in Sachen Collegiatstift in gewissen Familien dieser altwürttembergischen Städte recht nervös: zu gerne hätte man das eine oder andere Büblein im Esslinger Internat gehabt. Und die Plätze dort waren halt rar. So kam es zu mancherlei Schriftwechseln und Streitigkeiten und Verärgerungen, die sich manchmal zu hochpolitischen Staatsaktionen auswuchsen. (Nirgendwo scheint sich die Geschichte pünktlicher, pedantischer zu wiederholen als in der Schulgeschichte!)

An der Lateinschule selbst hat sich in der nachreformatorischen Zeit, das heißt im 16. und 17. Jahrhundert, im unterrichtsmäßigen und im organisatorischen Sinne wenig geändert. Man hat nach wie vor lateinisch gelernt. Latein und kein Ende. Lateinisch wurde geschrieben und gesprochen. Das Deutsche war noch nicht einmal Schulsprache. Man versteht deshalb, wenn in einem Esslinger Senatsdekret des Jahres 1614 das ersternal die Schule als "Paedagogium Latinum" angesprochen wird. So bleibt es im 17. und 18. Jahrhundert.

Erst langsam verrät sich Neues. Während die Stadt im 17. Jahrhundert, das heißt im Jahrhundert des Dreißigjährigen Krieges, im wesentlichen um ihre bloße Existenz zu kämpfen und in wirtschaftlicher Hinsicht viel, sehr viel nachzuholen hat, gibt das 18. Jahrhundert wenigstens doch wieder Raum und Möglichkeiten, sich den neueren Lehrmeinungen und Lebensbedingungen zu nähern. Wir kennen das: auf der einen Seite schwerlebige und kaum mehr verstandene Traditionen, auf der anderen muntere Tagesaktualität, die sich noch wenig Gedanken darüber macht, ob das alles nun auch wert und berechtigt ist, weitergegeben und "gelehrt" zu werden.

Immerhin hatte Georg Wagner, der heute noch populäre Esslinger Bürgerrneister in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, mitten in diesen grausigen Jahren eine Reform der Esslinger Lateinschule angegangen. Er hat die Schule damals als ein "Kleinod der Stadt" bezeichnet und - auch das ist modern - darauf hingewiesen, daß die rechte Ausbildung und die rechte Erziehung der jungen Bürschlein der Stadt nur Gutes bringe. Tatsächlich hat man den Eindruck, als ob Esslingen, umgeben vom allmächtigen Herzogtum Württemberg und keinesfalls in der Lage, irgendwie in eigenen schöpferischen politischen Aktionen noch mitzuhalten, nun alle seine Kraft auf die "Schulstadt", auf ihre Lateinschule und auf ihr Collegium verlegt hätte. Auf dem Schlachtfeld, wo die gedrillten Bataillone die Entscheidung gaben, konnte man nicht konkurrieren. Also verlegte man sich aufs Erziehen und Lernen. Die Spätzeit der Reichsstadt hat eigentlich keinen großen künstlerischen Charme zu bieten, keine großen Künstler, keine Malerakademien, keine théatres. Aber sie hatte ein Pädagogium, das in fast unauffälliger Weise neuen Methoden Einlaß gewährte und der Schule die Möglichkeiten zum Anschluß an die großen Bildungsziele der Aufklärung gab. Es ließe sich auch hier eine Reihe von Namen nennen, von Schulrektoren und Lehrern, die auch im Rahmen der deutschen Geistesgeschichte von einiger Bedeutung sind. Und es ließen sich Schüler aufführen, die es später zu beachtlichen Lebensleistungen gebracht haben, als Historiker und Philologen in Deutschland oder in Rußland, als hohe Offiziere in kaiserlichen Diensten, als Mathematiker und Physiker (wie etwa der heute in Esslingen noch bekannte Tobias Mayer, der hernach an der Göttinger Universität zu einem der gefeiertsten Astronomen des 18. Jahrhunderts wurde, auch deshalb bekannt war, weil er einen vom englischen Parlament ausgeschriebenen Preis auf Anhieb gewonnen hat.

Das Jahr 1803 hat diese schon jahrhundertealte Reichsstadt-Schule in eine neue Situation gebracht. Der Charakter der lateinischen Lehranstalt änderte sich allerdings gar nicht. Nach wie vor blieb sie eine aus den Mitteln der städtischen Stiftung unterhaltene Einrichtung. Das alte Gebäude wurde hergerichtet und die Organisation wurde auf eine größere Ebene übertragen, das heißt, dem württembergischen Staat übergeben. Lebenskräftig war die Schule. Das verrät die Tatsache, daß ihr letzter reichsstädtischer Rektor den ersten Anstoß zur Entstehung des evangelischen Schullehrerseminars, der heutigen Pädagogischen Hochschule Esslingen gegeben hat.

Die Zahl der Schüler der Lateinschule wuchs und stieg trotz des Abgangs der ehemaligen Collegiaten. Dazuhin war man jetzt bereit, den "Realien" Einlaß zu gewähren. Das hatte natürlich wiederum - auch das ist eine moderne Erscheinung - eine stoffliche Überbürdung der Schüler zur Folge, so daß man allmählich an eine Differenzierung der Schüler, zur Entstehung und weiteren Ausbildungen von besonderen „Realklassen" neben „Sprachklassen" ging. Die Lateinschule der vielhundertjährigen reichsstädtischen Zeit hatte sich den Entwicklungen des beginnenden 19. Jahrhunderts angepaßt, der allmählichen Auftrennung des geschlossenen Wissenschafts- und Bildungsbegriffs in Einzeldisziplinen. 1834 standen drei Sprachklassen neben drei Realklassen. Beide hatten nur noch die Elementarklasse gemeinsam. Schließlich, 1861, wurden die Realklassen vom Pädagogium gelöst und mit der schon 1838 gesondert errichteten Oberrealklasse zu einer selbständigen Realschule vereinigt: dem heutigen Schelztor-Gymnasium.

Das Pädagogium, noch immer den gleichen Namen führend wie irgendwann zur reichsstädtischen Zeit, wurde 1840 eine württembergische Landexamensschule, also eine jener Schulen, die große deutsche Pädagogen in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts "als das Kleinod unter allen Schätzen auf dem Gebiet der Gelehrtenschulen Deutschlands" bewundert, andere (und zu gleicher Zeit) als Brutstätten des stupor paedagogicus verdammt haben. Man kennt solche Kontroversen...

Hier in Esslingen ist man seiner Arbeit nachgegangen und hat Buben großgezogen, die die neue Welt, und das war in erster Linie jetzt eine industrialistische Welt, mitaufgebaut haben. Waren es im 17. und 18. Jahrhundert vor allem Philologen, die unter der Lehrerschaft bedeutende Namen hatten, so waren es jetzt im 19. Jahrhundert neben Latinisten wie dem Professor Herzog auch solche, die Realienkunde lehrten, etwa Karl Pfaff, der Unermüdliche, der über die Stadt hinaus bekannt geworden ist.

Erst im Herbst 1876 ist das dem Namen nach immer noch reichsstädtische Pädagogium zum Lyceum, das heißt zum Progymnasium erhoben worden. Und erst wenige Monate vor der Jahrhundertwende, am 16. September 1899, wurde die Schule eine vollständig besetzte Vollanstalt mit neun Klassen, ein Gymnasium. Im Jahre 1898 waren 171 Schüler im Haus, im Jahre 1906 246. Das bedeutete, daß allmählich das reichsstädtische Schulgebäude vom Jahre 1326, das heutige Hochbauamt, an dessen Erdgeschoß man die Buckelquader der Stauferzeit noch heute erkennen kann, zu klein wurde. Jetzt ging man daran, auch in der Stadt sich der Bedeutung der alten städtischen Lateinschule zu erinnern. Man erließ einen "Aufruf" zur Gymnasiums-Stiftung.

"Früheren Schülern", so hieß es in diesem Aufruf vom Jahre 1910, "den Eltern der jetzigen Schüler und allen Freunden und Gönnern des Gymnasiums (früheren Pädagogiums und Lyceums) geben wir Kenntnis von den Beschlüssen des Ausschusses für die Gymnasialspende". Daß die Schule am Lohwasen ein für damalige Begriffe außerordentlich schönes und originelles Gebäude erhalten hat, ist wohl vor allem dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Max von Mülberger, dann aber auch dem Fabrikanten Eugen Merkel zu danken, dessen großherzige Spende diesen schönen Bau überhaupt erst möglich gemacht hat.

Die Geschichte des Hauses seit 1910 ist den älteren unter den Schülern noch wohlbekannt und in Erinnerung, so daß wir uns hier vollends mit ein paar Strichen begnügen. 1914 ist ein Realgymnasium angegliedert worden, dessen Klassen 4-9 als "B-Klassen" neben den gymnasialen "A-Klassen" geführt worden sind. Die Klassen 1-3 waren und blieben gemeinsam. Die zwanziger Jahre haben an diesem Bild wenig geändert. Als 1937 durch Reichserlaß daran gegangen wurde, auch die Höheren Lehranstalten als "Oberschulen" gleichzuschalten, war man in Esslingen wegen seiner beiden Oberschulen gezwungen, eine unterscheidende Bezeichnung zu wählen. Für die Schule am Lohwasen wurde in der Sitzung der Ratsherren entweder Reichsstadt-Oberschule oder Georgii-Oberschule oder Tobias-Mayer-Oberschule vorgeschlagen. Durch Entscheidung des Oberbürgermeisters vom 23. Juli 1937 wurde der Name Georgii-Oberschule gewählt.

Die Kriegs- und Nachkriegszeit hat an der Grundstruktur der Schule wenig geändert, wie überhaupt viele äußere Einflüsse am Bild einer siebenhundertjährigen Geschichte im Grunde kleine Quantitäten bleiben. Wir sind heute, nach den Destruktionen und Zusammenbrüchen der vergangenen Jahrzehnte dankbar, daß sich eine solche Schule in derart ungebrochener Tradition erhalten hat. Die gesellschaftlich-politischen Veränderungen verlangen auch immerzu eine Veränderung von Schule und Schulung. Das weiß heute jeder. Auf die Gefahr hin, unbescheiden zu sein: daß es die Offenheit für die, mit Goethes Maximen und Reflexionen zu reden, "Forderung des Tages" kennt, hat das alte reichsstädtische Gymnasium Esslingens wohl bewiesen. Wünschen wir ihm für heute und morgen alles Gute!

© 1967 by Dr. Otto Borst, Esslingen a. N.
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Letzte Änderung: 06.08.2011